Pastoral für Schwarze

PASTORAL FÜR SCHWARZE – PFARRER GÜNTHER SGUBIC; SAO PAULO

Der ehemalige Kaplan von Weiz, Günther Sgubic, ist seit Jahren als Seelsorger in einer der großen Elends­viertel von Sao Paulo tätig. Er wird von einer Reihe von Gruppen aus der Steiermark, wie auch von der Diözesankommisiion tatkräftig unterstützt. Als ganz wichtiges Anliegen erschien ihm die Integration der schwarzen Bevölkerungsgruppen in Kirche und Gesellschaft, wobei ihm das pastorale Anliegen besonders wichtig war. Als ersten Schritt plante er die Erstellung einer entsprechenden Dokumentation. Wir konnten ihm dabei finanziell helfen.

Beitrag – „Solidarität“ S 60.00.-

Alphabetisierungsprojekt der Anta

Alphabetisierungsprojekt der Anta

El Salvador zählt hinsichtlich seines Entwicklungszustandes zu den Ländern mit einem sehr großen Nachholbedarf. Das gilt besonders für die Bildungsbereich. Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung kann weder Lesen noch Schreiben. Der Anteil des Analpha­be­tismus beträgt im Landesschnitt zwischen 35 und 40 %, in der vom Bürgerkrieg besonders betroffenen, ländlichen Region San Miguel liegt er bei etwa 60 %. Zu den vordringlichen Aufgaben zählt daher der Aufbau von Einrichtungen der Erwachsenenbildung und die Durchführung von Alphabetisierungsprogrammen. Die ANTA, eine nationale Campesino- organisation El Salvadors plante daher die Durchführung eines derartigen Programmes, das über drei Jahre laufen sollte (1995 – 97) und hat sich diesbezüglich um Partner bemüht und an die „Solidarität“ gewandt.

Da dieses Vorhaben, dessen Kosten mit US $ 86.763 veranschlagt waren, unseren Rahmen gesprengt hätten, wurde mit der Dreikönigsaktion Wien Verbindung aufgenommen, die dann auch eine Finanzierung in Umfang von S 645.000 in Aussicht stellte. Die „Solidarität“ hat sich mit einme Förderungsansuchen an das Land Steiermark gewandt, das dann auch einen Betrag von S 240.000 bereitstellte. Damit war die Finanzierung dieses so wichtigen Vorhabens gesichert und konnte in Angriff genommen werden.

Dreikönigsaktion S 645.000.-
Land Steiermark 1995 S 240.000.-

Bauarbeiterausbildung

Bauarbeiterausbildung in El Salvador

In El Salvador gibt es, wie in den übrigen mittelamerikanischen Ländern eine riesige Arbeitslosigkeit, die bei rund 45 – 5o % liegt. Anderseits besteht gerade jetzt, beim beginnenden Wiederaufbau des Landes und der dadurch relativ guten Beschäftigungslage der Bauwirtschaft ein ausgesprochener Mangel an Facharbei­tern. Die C.G.T. hatte sich dieses Problems angenommen und wollte über eine gezielte fachliche Ausbildung von Kollegen und Interessenten sichere und attraktive Berufschancen in Baubereich schaffen helfen. Sie plante zu diesem Zweck die Errichtung eines Ausbildungszentrums für Bauarbeiter. Aus der angeschlossenen Betonsteinerzeugung soll später der laufende Betrieb finanziert werden.

Erfreulicherweise ist es gelungen, wichtige Vertreter der steirischen Bauwirtschaft nach einer Erkundungsrei­se nach El Salvador für dieses Projekt zu gewinnen, sodaß ein wichtiger Schritt zur Finanzierung des Gesamtprojektes gesetzt werden konnte. Die Bauwirtschaft hatte für den Grundankauf S 320.000 zur Verfü­gung gestellt und sich auch an den Kosten des Baues beteiligt. Auf Einladung der steirischen Bauwirt­schaft waren drei künftige Ausbildner zu einem 4 – wöchigen Spezialtraining in der Steiermark. Kräftige Unterstützung erhielt das Projekt auch von der steirischen Landesregierung und der MG. Frohnleiten.

In der Realisierung gabe es enorme Probleme mit dem Grundstück, aber auch andere Schwierigkeiten auf Seite unseres Projektpartners, der Stiftung FUNSAPEC, die zu einer enormen Verzögerung des Baubeginnes führten. Das Vorhaben wurde schließlich, allerdings nur in der ersten Ausbaustufe im Spätherbst 1996 fertiggestellt und in einem bescheidenen Umfang in Betrieb genommen. Da das für die Wasserversorgung zuständige staatliche Unternehmen INDA aus offensichtlich politischen Motive den Anschuß an das Versorgungsnetz bislang sabotierte, wurden vorerst einmal Lehrwerkstätten für KFZ Mechaniker und Tischler eingerichtet, die jeweils 15 – 20 Lehrlinge ausbilden. (Stand Ende 2001)

Beitrag der Bauwirtschaft S 633.544.-
Land Steiermark. S 400.000.-
MG. Frohnleiten S 100.000.-
Leistung “ Solidarität “ S 584.378.-

Gesamtleistung S 1.717.922

Heilpflanzenanbau San Miguel

Heilpflanzenanbau San Miguel

Die „UNIPAZ“ (Friedensuniversität) in San Miguel, El Salvador fühlte sich in besonderer Weise der Entwicklung der vom Bürgerkrieg schwer betroffenen Region um San Miguel verpflichtet. Sie sah ihre Hauptaufgabe im wesentlichen in drei Arbeitsbereiche: Den Auf- und Ausbau der medizinischen Versorgung in der Region (sie hat in den letzten Jahren zahlreiche Gesundheitsstationen in den Dörfern eingerichtet, Gesundheitshelfer ausge­bildet und betreute diese Stationen mit ihrem Ärzteteam), die Beratung der Bauern und die Entwicklung des ländlichen Raumes .

Die UNIPAZ hatte nun ein Projekt zum Anbau und zur Verarbeitung von Heilkräuter gestartet, die industriell produzierte Pharma­produkte ersetzen und den Campesinos in der Region um San Miguel eine neue Erwerbsmöglichkeit geschaffen sollten. Das Projekt umfaßte den Heilkräuteranbau durch Bauern der Region, die Errichtung eines Aufbereitungs- und Verarbeitungsbetriebes und den Absatz der Naturheilprodukte.

Die Projektkosten beliefen sich auf insgesamt US $ 55.396. Die „Solidarität mit Lateinamerika“ hat das Vorhaben unterstützt und ist diesbezüglich auch an die Stmk. Landesregierung herangetreten, die dafür 1996 einen Förderungsbetrag von S 300.000 bewilligte.

Das Projekt mußte in einer weit fortgeschrittenen Phase leider abgebrochen werden, da es durch schwere betrügerische Machinationen eines Mitarbeiters in eine unlösbare finanzielle Krise geriet und nicht mehr weitergeführt werden konnte.

Förderung Land Steiermark 1996 S 300.00.-
Beitrag „Solidarität“ 1997 S 100.00.-

Ärzteteam für ländliche Kooperativen

Ärzteteam für ländliche Kooperativen

Die Gesundheitsvorsorge in den ländlichen Gebieten ist katastrophal. Es fehlt nicht nur an Ärzten und an einfachsten Gesundheitseinrichtungen, die Menschen können sich diese, sofern es sie gibt, auch gar nicht leisten. Die C.G.T. ist, um diesen Notstand abzumildern, darangegangen, einen eigenen mobilen Gesund­heitsdienst mit einem Arzt und Krankenschwestern aufzubauen. Dieses Team ordiniert in regelmäßigen Ab­ständen in den Kooperativen bzw. in den dortigen Dörfern und stellt damit eine Mindestversorgung sicher. Da die C.G.T. nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügte, konnte sie dieses Vorhaben erst mit unserer Unterstützung 1990 starten. Die weitere Finanzierung hat über Initiative von Herrn Dr. Jaroschka dankenswerter Weise der Steirische Akademikerbund übernommen und es bis zum Jahr 1998 unterstützt.

Beitrag “ Solidarität “ S 104.000
Beitrag Steir.Akad.bund 1993 S 85.000.-
Beitrag Steir. Akad.bund 1994 S 115.000.-
Beitrag Steir. Akad.bund 1995 S 49.400.-
Beitrag Steir. Akad.bund 1996 S 65.000.-
Beitrag Steir. Akad.bund 1997 S 30.400.-
Beitrag Steir. Akad.bund 1998 S 38.200.-

Gesamt S 487.000

Friedensuniversität in San Miguel

Friedensuniversität in San Miguel

Die C.G.T. El Salvadors versuchte über die „Friedensuniversität“ von San Miguel, einer der ärmsten El Salvadors den Campesinos und ehemaligen Guerillakämpfern mit einem Landentwicklungs- und Ausbildungsprojekt zu helfen. Die Region San Miguel ist eine der ärmsten im Lande. Mitarbeiter in den steirischen Landwirtschaftsschulen haben für dieses Vorhaben eine Solidaritätsaktion durchgeführt, der Erlös wurde ausschließlich für Ausbildungsmaßnahmen für Landarbeiter (Campesinos) eingesetzt.

Beitrag „Solidarität 1994 S 102.000

Ausbau des Gesundheitsdienstes der CGTG

Ausbau des Gesundheitsdienstes der CGTG

In Guatemala kann sich ein großer Teil der Bevölkerung den Zugang zu den Gesundheitseinrichtungen aus finanziellen Gründen nicht leisten. Die Situation hat sich mit der neoliberalen Privatisierungspolitik noch weiter verschärft, so dass etwa 40 bis 50 % der Menschen ohne ärztliche Versorgung dastehen, vor allem betrifft dies die ärmeren Bevölkerungsgruppen in den ländlichen Gebieten.

Die Gewerkschaft CGTG hat daher bereits 1996 einen Gesundheitsverein gegründet und mit dem Aufbau eines Basisgesundheitsdienstes begonnen, der für die Mitglieder des Vereines zugänglich ist. Die Mitglieder des Gesundheitsvereines bezahlen monatlich einen Betrag von 15 Quezales (ca ATS 30) und können dann für sich und die Familie die Leistungen des Gesundheitsdienstes einschließlich kostenlosen Arztbesuch in Anspruch nehmen. Um den Gesundheitsdienst selbst finanzieren zu können, wären allerdings ca 3.000 Mitglieder erforderlich, derzeit (2001) sind es aber erst etwa 1.000.

Die CGTG, mit der wir seit Jahren sehr erfolgreich kooperieren, hat beantragt, ihr Projekt in der Aufbauphase mit einem Betrag von US $ 20.900, das sind etwa S 320.000 zu unterstützen. Der mit einem detailierten Kostenvoranschlag versehene Antrag weist Gesamtkosten in der Höhe von US $ 27.931 aus, der Differenzbetrag von US $ 6.970 wird von der CGT als Eigenleistung erbracht. Das Projekt konnte nun über die vom Steir. Akademikerbund bereitgestellten Mitteln und mit einem vom Land Steiermark im Jahr 2001 bereitgestellten Förderungsbetrag in Angriff genommen werden. Im Rahmen eines Projektbesuches im April 2002 konnten wir nicht nur eine optimal ausgestattete Volksklinik in der Gewerkschaftszentrale selbst vorfinden, sondern einen sehr effizienten mobilen Gesundheitsdienst, der in verschiedenen Orten des Landes im Einsatz ist.

Beitrag „Steir. Akademikerbund“ 2000 S 81.532.-
Beitrag „Steir. Akademikerbund“ 
2001 S 54.520.-
Förderung Land Steiermark 2001 S 160.000.-
Beitrag „Steir. Akademikerbund“ 2002 € 3.785.-
Beitrag „Steir. Akademikerbund“ 2003 € 3.607.-

Schulprojekt Barra de Jiote

Schulprojekt Barra de Jiote

Der an der Österr. Schule tätige und aus der Steiermark stammende Lehrer Dr. Günther Kohlfürst und seine Frau haben sich über Jahre hinweg für die Errichtung einer Grundschule in dem an der Pazifikküste Guatemalas gelegenen Dorf Barra de Jiote eingesetzt, um den Kindern dieses entlegenen Gebietes einen Zugang zu einer Ausbildung zu ermöglichen. Das Objekt ist inzwischen errichtet und in Betrieb, es fehlte aber an den notwendigsten Einrichtungen und Lehrmitteln. Die „Solidarität mit Lateinamerika“ konnte ein wenig zur Ausstattung beitragen.

Beitrag der „Solidarität“ 1998 S 10.000.-

Schulbau, San Jose las Flores

Errichtung einer Schule in „San Jose las Flores“

In San Jose las Flores entstand ebenfalls mit Hilfe der C.G.T. eine landwirtschaftliche Kooperative. Es gab keine Schule und damit auch keinen Unterricht für die Kinder. Die Gruppe konnte 1988 mit unserer Unter­stützung eine vierklassige Grundschule errichten und damit den Staat dazu bringen, entsprechende Lehrkräfte bereitzustellen. Auf diesem Wege ist die Ausbildung der Kinder gesichert. Das Projekt ist abgeschlossen.

Beitrag Land Steiermark S 200.000 Leistung “ Solidarität “ S 60.000.-

Kreditfonds für Straßenhändler in Guatemala

Kreditfonds für Straßenhändler in Guatemala

Mehr als 80 % des landwirtschaftlichen Bodens befinden sich in Guatemala in den Händen von 2 % der Bevölkerung, während die große Masse der Campesinos und der indigenen Bevölkerung auf Kleinstbetrieben in Form einer Subsistenzwirtschaft zu überleben versuchen. Mangels Erwerbsmöglichkeit am Lande drängen immer mehr Menschen in die städtischen Ballungsräume, wo sie aber noch meist noch stärker verelenden, weil sie kaum eine geregelte Arbeit finden können. Viele versuchen es daher im informellen Sektor, z.B. im Straßenhandel, wo sie mangels eigenem Kapital von Kredithaien schamlos ausgebeutet werden.

Die guatemaltekische Gewerkschaft C.G.T.G – Central General de Trabajadores de Guatemala, mit der die „Solidarität mit Lateinamerika“ schon seit länger Zeit zusammenarbeitet, möchte nun einen Rotationsfond schaffen, um ambulanten Händlern, die mangels Besicherung keinen Bankzugang haben, eine Finanzierungsmöglichkeit anzubieten. Derartige Einrichtungen haben sich andernorts bestens bewährt wie zum Beispiel in El Salvador, wo vor Jahren von der „Solidarität mit Lateinamerika“ ein derartiges Vorhaben unterstützt wurde. Die C.G.T.G hat sich an die „Solidarität mit Lateinamerika“ mit dem Ersuchen gewandt, das Vorhaben mit einem Betrag von US $ 41.000 zu unterstützen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf US $ 75.000, wobei die C.G.T.G bereit ist, Eigenleistungen in der Höhe von US $ 34.000 zu erbringen.

Die „Solidarität mit Lateinamerika“ hat für das Vorhaben vom Land Steiermark eine Förderung erhalten, so daß das Projekt gestartet werden konnte. Nach dem vorleigenden Endbericht der Kommission, die das Projekt und die Kreditvergabe überwacht, konnten in den beiden Jahren 1999 und 2000 insgesamt 247 Darlehen vergeben werden, die inzwischen teilweise bereits wieder zurückgezahlt wurden und an neue Bewerber weitergegeben werden können. Die Ergebnisse der Aktion entsprechen den Erwartungen. Die Auswüchse mit Kredithaien und Wucherern gehen zurück, die Kreditnehmer haben Sicherheit und zahlen geringe Zinsen, wodurch sie andere Grundbedürfnisse des Lebens abdecken können.

Anläßlich eines Projektbesuches im April 2002 berichteten uns die Gesprächspartner , daß bereits 85 StraßenhändlerInnen, vorwiegend Frauen diese Möglichkeit in Anspruch nahmen und damit die Existenz ihrer Familien absichern konnten. Bislang wurden 363 Darlehen vergeben. (Stand 27.5.2002)

Beitrag Land Steiermark 1998 S 300.000.-
Beitrag „Solidarität“ 1999 S 184.637.-